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LORDI - das dritte Kapitel eines Alptraums
Auch schon gemerkt, dass die Nachrichtenmeldungen zunehmen düster ausfallen? Allein vom Schalten durch die diversen Kanäle kann man sich locker eine klinische Depression einfangen. Tagtäglich dieselbe alte Geschichte: Krise hier, Krise dort, Tod und Verzweiflung allerorten … Aber Moment mal, was ist denn das? Psssst … hören wir mal eine Sekunde lang mit dem Jammern auf! Denn … ich glaube, die Rettung naht!
Endlich machen sich die echten Monster bereit, die Macht von den gewöhnlichen Sterblichen - diesen peinlichen Möchtegernbösewichten, die alles daransetzen, die Welt für uns zu einem möglichst unerfreulichen Ort zu machen - zu übernehmen. Der Tag der Abrechnung naht, die Arockalypse beginnt! Das Ende der Welt ist in eine einzige, endlose Party!
Macht Platz für die Fünf Reiter, denn sie lassen es mal wieder ordentlich krachen! Lordi melden sich mit dem dritten Kapitel ihres Albtraums zurück, und dieses Mal haben sie ein paar gute Freunde dabei.
Dieses dritte Kapitel trägt die Überschrift The Arockalypse und präsentiert unsere Helden von ihrer bis dato härtesten, gemeinsten Seite - und das in mehr als einer Hinsicht. Lordi selbst, der ewige Perfektionist, hat seinen Blick fürs Wesentliche weiter geschärft. Er setzt alles daran, seinen (Alb- )Traum lebendig werden zu lassen, und dazu ist ihm ein komplettes Bombardement sämtlicher Sinne gerade mal gut genug. Härter und gemeiner klingen Lordi auf jeden Fall, die Riffs sind alles andere als fleischlos und die Refrains keineswegs mumifiziert. Diese Songs treten ihren Hörern gewaltig in den Arsch, und dann treten sie gleich noch einmal hinterher. Die Nacht der liebenden Toten hat begonnen, Baby!
Ich bin mir nicht sicher, ob man sagen kann, dass das Biest seinen Babyspeck verloren hat, aber irgendetwas hat sich verändert. Das Erscheinungsbild wirkt irgendwie, hm, verschlankt. Zumindest Gitarrenmonster Amen hat einen Teil seines Outfits eingebüßt, was die Deadite Girls ganz wild macht! Kalma und Enary sind verschwunden, einfach weg, und wurden durch Ox und Awa (an Bass und Keyboards) ersetzt. Von ‚musikalischen Differenzen' hat man nichts gehört - es muss also damit zu tun haben, dass ein Monster eben tun muss, was ein Monster so tut … Doch keine Angst, der außerirdische Drummer Kita, halb Mann, halb Biest, ist noch dabei, unverrückbar wie ein Fels.
Ursprünglich aus dem Norden Finnlands, residieren Lordi mittlerweile in einem universellen, albtraumhaften Netzwerk aus unterirdischen Kanälen, Friedhöfen und unheimlichen Dachspeichern. Das gruselige Kollektiv hat die Subarktik gegen die Subkonszienz eingetauscht.
Gute Freunde, höre ich euch fragen? Oh ja, sozusagen die Giftkirschen auf dem Sahnehäubchen! Einige illustre, langjährige Helden und Weggefährten aus der Unterwelt haben sich an dem Projekt beteiligt. Dee Snider verdingt sich als MC der Party, infiltriert die Radiomeldung, mit der das Album beginnt (SCG3 Special Report), während sein Twisted Sister-Kumpel, der Gitarrist Jay Jay French, einen Beitrag zu Chainsaw Buffet leistet. Ex-KISS-Gitarrist Bruce Kulick liefert ein beeindruckendes Solo auf It Snows in Hell, und Accept-Legende Udo Dirkschneiders unverkennbare Stimmt klingt unüberhörbar aus They Only Come Out at Night heraus. Gerüchten zufolge sollen in den Augen unserer Monster Kullertränen gefunkelt haben … Gerade als es so aussehen wollte, als ob im Lordi-Lager endlich wieder die Normalität eingekehrt sei - Album im Kasten und so - hören wir, dass sie sich soeben für die Qualifizierungsrunde des Eurovision Song Contest angemeldet haben! Ohne Scheiß. Finnland, das bisher bestenfalls auf eine Höchstplatzierung als Nr. 6 vor zirka 30 Jahren verweisen konnte, scheint allen Ernstes darüber nachzudenken, das Biest auf diese altehrwürdige europäische Institution loszulassen. Löschen wir das verdammte Ding doch ein für alle Male aus! Brüder und Schwestern, stimmen wir ein Hardrock- Hallelujah an!!
Lordi und seine Bande von Outcasts sind bereits in einer beachtlichen Reihe europäischer Länder aufgetreten, bewaffnet mit ihrer einzigartigen Pyrotechnik, Bühnenshow und berüchtigten Wall of Sound. Dabei lautet ihr Motto: immer Klotzen, nur nicht kleckern. Guter, sauber Spaß für jedermann (Ha! Ha! Ha!)! Nun haben sie ihre Ziele noch höher gesteckt. Denn sie wollen dich! Einfach dem Krach, der Spur aus Horrorvideos, blutrünstigen Cartoons, Actionpuppen und ähnlichem Firlefanz folgen, und schon findest du den direkten Weg zum Unheiligen Gral.
Die Zeit ist reif. Der Tag der Abrechnung naht. Die Arockalypse ist da!
Es ist an der Zeit, Spaß zu haben.
Projects:
- Online-Promo des aktuellen Longplayers "The Arockcalypse"
