Amplifier

Amplifier sleep deeply every night in a world that’s better than real life.
Ihre Geschichte könnte mit einem Energieknall beginnen, der die ersten Lebensfunken auf der Erde versprüht. Oder mit den ersten Affenmenschen, die mit Schrecken den Mond anstarrten und sich fragten, ob er angreifen würde. Aber für heute genügt es zu sagen, alles begann vor sieben Jahren als Sel Balamir (Gitarre, Gesang; London) - ausgerüstet mit der Beute einer anderen fehlgeschlagenen Rock-Mission, aber mit großen Zielen - Neil Mahony (Bass; Dublin) und Matt Brobin (Schlagzeug; Cardiff) einlud, ihn zu einem Abenteuer zu begleiten, das sie bis an den Rand Großbritanniens, dann Europa und schließlich bis ins Universum führen sollte.
Damals als Neil noch in einem Musikladen arbeitete und Matt Schlagzeugunterricht gab, wussten sie wo das alles hinführen könnte. Alle drei waren aus verschiedenen Gründen in Manchester angekommen, lebten ihr eigenes Leben, aber nachdem sie sich getroffen hatten, verband sie ein gemeinsames Ziel: die Dinge größer zu machen, als sie ohnehin schon sind – „to amplify“.
“Einige Bands finden sich in der Absicht zusammen, etwas zu vollbringen, aber unser Ziel war es immer Musik zu machen“, sagt Sel und mit der kollektiven Weisheit von Bands wie Led Zeppelin, The Who, The Police, Mogwai, Massive Attack und David Bowie im Rücken, begannen sie ihren eigenen Weg zu gehen, angetrieben vom Geist der Unabhängigkeit und Autonomie, der sie bis heute begleitet. Mit Manchesters Rockszene, einem erschütternden Gerippe des Madchester Traumes und den Stadthipstern in der Knechtschaft des Drum’n’Bass und Folk-Hop konnte das Vertrauen in bloße Mode niemals genug sein.
Stattdessen haben Amplifier ihr Hauptquartier in Central Manchester aufgeschlagen, wo sie bis heute sind – ein Raum zum Nachdenken, wo sie auf ihren ozeanischen Riffs segeln konnten, soweit sie wollten. „Wir hatten alle das Gefühl, dies würde die letzte Band sein, in der wir sind“, erinnert sich Neil. „Als ich in diese Band einstieg, dachte ich: Ich werde nie in einer anderen Band spielen. Nicht, dass es endgültig war, aber es war fast wie eine Ehe einzugehen. Ich dachte, ich gehe auf eine Reise, die ich machen will und alle anderen Reisen, die ich bis dahin gemacht hatte, haben mich zu diesem Punkt gebracht, also starten wir von hier.“
Was folgte war große, kühne Musik mit riesigen Riffs, die auf gewundenen Bass-Rücken entlangsegelt, angetrieben von einem Kerosin-Schlagzeug. Futuristisch in seiner Anschauung, klassisch in seiner Seele, organisch in seiner Existenz, ließ sich ein Kritiker sogar zu der Wortschöpfung „heavy wood“ hinreißen. Es ist Musik, die so vielfältig klingt wie es ihre besungenen Themen sind: of soul and sincerity; of vapour trails through cotton skies; of juggernauts tumbling down mountains; a music with more fire than the belly of the sun.
In der Geschichte des Rock geprägt von gebrochenen Herzen und beschmutzten Laken, entwerfen Amplifier ihr eigenes Universum, ihre Seele verwurzelt in einem Instinkt, der älter als die Sehnsucht nach Sex ist, nämlich der Frage nach dem Sinn unserer Existenz / dem Infragestellen unserer Position in der Unermesslichkeit / der Frage, was jenseits von uns ist. „Das ist der primitivste aller menschlichen Instinkte“, sagt Sel, „wie die Neandertaler, die den Mond ansehen und denken: was zum Teufel ist das? Wir wissen so wenig und das ist noch immer so.“
Er fährt fort: “Vieles auf der ersten Platte ist sehr räumlich, es enthält Texte über Riesenhaftigkeit und welche bessere Metapher als den Weltraum gäbe es für einen derartig unfassbar großen Raum wie die Musik?“
„Außerdem gibt es eine Menge Liebeslieder auf dem Album. Nur eben eine Liebe zu anderen Dingen…“ sagt Neil.
2002 unterschrieben sie bei Music For Nations und mit der Hilfe von Steve Lyon (The Cure, Depeche Mode) und Chris Sheldon (Foo Fighters, Biffy Clyro) entwickelten sie ihr Debütalbum “Amplifier”. Zu Hause zeichnete „Kerrang“ es mit einem Maximum KKKKK aus, „NME“ bezeichnete es als Album des Jahres und „Q“ mutmaßte, dass „Britischer Rock nicht besser sein könnte“. Nach nur acht Shows beschrieben die Leser der deutschen „Visions“ sie in einer Umfrage als siebentbeste neue Band zwischen solch Schwergewichten wie Franz Ferdinand, Kasabian und Razorlight.
Dazu kam ihr Ansehen, das sich durch ihre Live-Auftritte entwickelte: ihr unglaubliches Tourarsenal von 52 Effektpedalen wurde zu ihrem Aushängeschild. Dafür gab es Misstrauen von allen Anhängern des „Plug-In-And-Play-Punk-Zeitgeistes“, aber Staunen und Andacht von jedem, der einen Schritt zurücktreten musste, als er von der überwältigenden Lautstärke weggefegt wurde.
Und während sie standhaft unabhängig blieben, fanden sie sich bald in einem internationalen Netzwerk Gleichgesinnter wieder, mit denen sie gemeinsam tourten: mit Oceansize zu Hause in Manchester, Melissa Auf der Maur in Kanada, den Deftones in Kalifornien, Explosions In The Sky in Texas und Span in Skandinavien.
Und als ihr Stern schon im Aszendenten stand, kam letztes Jahr die Katastrophe als ihre Plattenfirma von einem Wurmloch im Raum-Zeit-Kontinuum verschluckt und die Band ausgesetzt wurde. Es sollte ihr größter Test werden, aber da hatte ihre Revolution schon begonnen, ihr europäischer Angriff gewann an Geschwindigkeit, ob sie nun da waren oder nicht. Das deutsche Label SPV riss sie schließlich aus der entstandenen Leere und sorgte dafür, dass „Amplifier“ zum erneuten Mal startete und von der europäischen Presse und auf den großen Festivals des letzten Jahres wie Reading, Download, Hurricane und Southside hysterisch gefeiert wurde.
Nun beginnen Amplifier die zweite Phase ihrer Mission und vor dem zweiten Album im nächsten Jahr erscheint nun die EP „The Astronaut Dismantles HAL“ (so benannt zu Ehren der Schlüsselszene aus ‘2001: A Space Odyssey’, in der die menschliche Entwicklung gezeigt wird) – mit der sie auch einen neuen Amplifier-Sound einführen, mit mehr Seele und noch vorwärtstreibender, höhere Gipfel erklimmend mit ihren Emotionen.
Und so wie Zeit und Raum vorwärtsschreiten, so bewegt, atmet und entwickelt sich auch der Amplifier-Organismus. Der erste Single-Track „Everyday Combat“ der EP begann sein Leben als komplett anderer Song, „Sea Shanty“ erblickte das Licht der Welt während einer albernen Bandprobe und löste einen Entwicklungsprozess aus, der zu ihrem bisher furchterregendsten Leitspruch führte:
Alive after wave upon wave of Galaxians that fall
Fighting the man all the way to the bitter end
Nur der Tod, die Apocalypse oder die Zerstörung ihres gesamten Equipments könnte sie jetzt noch zerstören und Amplifier sind bis zur letzten Schlacht dabei. „Wir haben es soweit gebracht, warum sollten wir nun nach sieben Jahren Kompromisse eingehen. Warum sollten wir den leichten Weg nehmen?”
Come on, let’s scratch the heavens one last time.
Project:
- Internet-Promotion und Erstellung des EPK's zur EP „The Astronaut Dismantles HAL“/ VÖ 14.10.05
Facts:
Album 'Insider' VÖ 29.09.06
Project:
- Online Promotion für das Album 'Insider'
More Infos:
www.spv.de