Paradise Lost

Paradise Lost – Paradise Lost
Melancholische Züge sind seit jeher ein wesentlicher Bestandteil der Gothic-Szene. Das tieftraurige Gebaren der britischen Formation Paradise Lost ist aber weder inszeniertes Kalkül noch künstlich aufgesetzt, sondern dermaßen in ihrem ureigensten Naturell verwurzelt, dass ihr zweites Album mit dem schlichten Titel „Gothic“ 1990 gleich das Genre Gothic Metal ins Leben rief. Seither hat die 1988 in Halifax gegründete und nach John Miltons gleichnamigen epischen Gedicht von 1667 benannte Band um die beiden Masterminds Nick Holmes und Greg Mackintosh so einige musikalische Höhepunkte und Genre sprengende Meisterwerke veröffentlicht.
Die Wiederholung immer gleicher Erfolgsrezepte oder die wechselhafte Anbiederung an aktuelle Trends waren nie ihre Sache. Paradise Lost hätten es sich einfach machen können und ihre wegweisende Genre-Definition, die sie mit „Gothic“ aufgestellt haben, bis ins Tausendste widerkäuen können. Stattdessen wandten sie sich mit den nächsten beiden Alben „Shades Of God“ (1992) und „Icon“ (1993) den moderneren Ausprägungen des Heavy Metal zu, ohne ihre düsteren Grundstimmungen aufgegeben zu haben. „Draconian Times“ (1995) avancierte schließlich zum bislang kommerziell erfolgreichsten Album der Band, begann aber die Fanschar zu spalten. Dass sich Kreativkopf Greg Mackintosh verstärkt elektronischen Ausdrucksmöglichkeiten zuwandte, hörte man dem 97er Album „One Second“ deutlich an. Aber Paradise Lost waren nie allein Jünger des Heavy-Metal-Lagers, sondern fühlten sich ebenso von Acts wie Sisters Of Mercy, The Cure, New Order und The Smiths inspiriert.
Doch das war erst der Anfang. Während Paradise Lost mutig ihre Metal-Vergangenheit ablegten, steuerten sie mit dem 99er Album „Host“ selbstbewusst ins Fahrwasser progressiver Elektronik im Spannungsfeld zwischen Depeche Mode, New Order und Nine Inch Nails. Konsequenterweise verpflichtete die Band für „Believe In Nothing“ (2001) Meisterproduzent John Fryer (Nine Inch Nails, Depeche Mode, HIM, Stabbing Westward, White Zombie), der dem fast schon hymnischen Dark Rock eine fast schon schmerzlich intensive Eindringlichkeit verlieh. Damit hatte das Liebäugeln mit gefälligen Pop-Manierismen und nostalgischem 80er-Jahre-Flair aber auch ein Ende.
Paradise Lost besannen sich zum letzten Album „Symbol Of Life“ ihrer frühesten Wurzeln und der darin innewohnenden urtümlichen Kraft. Zusammen mit Produzent Rhys Fulber (Fear Factory, Front Line Assembly) schufen Sänger Nick Holmes, Gitarrist Greg Mackintosh, Gitarrist Aaron Aedy, Bassist Stephen Edmondson und Drummer Lee Morris ein kraftstrotzendes Meisterwerk, das sich wieder der wohltuenden Wucht krachender Gitarren erinnerte und dabei doch gewohnt düster klingen durfte. Nach wie vor standen Sisters Of Mercy bei der Grundstimmung des Albums Pate, aber auch die eigenwillige Adaption des Dead-Can-Dance-Klassikers „Xavier“ auf der limitierten Erstauflage machte deutlich, dass Paradise Lost keinen Grund sahen, ihre vielfältigsten Einflüsse zugunsten eines klar umrissenen Stils zu verraten.
Nachdem Paradise Lost mit „Symbol Of Life“, ihrem ersten Album auf GUN Records, die ursprüngliche Metal-Power reaktiviert haben, schließt sich mit ihrem zehnten Album ein Zyklus, dessen Anfang (1) und Ende (0) schon durch den schlichten Titel „Paradise Lost“ markiert wird. Es steht nicht nur für den Namen der Band, sondern stellt auch eine Umkehrung ihres Debütalbums „Lost Paradise“ dar. Mit dem bewährten Team aus Produzent Rhys Fulber und Mixer Greg Reely sowie Ersatzdrummer Jeff Singer für den ausgeschiedenen Trommler Lee Morris nahmen Paradise Lost von Januar bis Juni 2004 ihr neues Album in den Chapel Studios (Lincolnshire) und Hollypark Lane (Los Angeles) auf. Für die Streicherparts zeichnete wieder Chris Elliot verantwortlich, die weiblichen Backing Vocals auf der ersten Single, „Forever After“, und „Over The Madness“ steuerte Heather Thompson (Tapping The Vein) bei.
Obwohl auch auf „Paradise Lost“ in erster Linie wieder verstärkt Gebrauch von wummernden Gitarren-Riffs gemacht wird, lebt die (leid)tragende Stimmung des Albums natürlich auch von Nick Holmes charismatischer Stimme und den nach wie vor illuminierenden elektronischen wie akustischen Akzenten, die das Album so vielschichtig und atmosphärisch gelingen lassen. Darüber hinaus hat Greg Mackintosh weiterhin an seinem Songwriting gefeilt und nicht nur mit der verführerischen Single „Forever After“, sondern beispielsweise auch einen weiteren Single-Kandidaten „Grey“ oder dem verzweifelt schönen „Don’t Belong“ mit elegantem Piano- und Streicher-Intro erstklassige Ohrwürmer kreiert, die den akuraten Soundtrack zum verlorenen Paradies bilden. Spätestens mit diesem, ihrem zehnten Album haben Paradise Lost den Gipfel ihrer unendlichen Traurigkeit, aber auch den ihres musikalischen Schaffens erklommen.Project:
- Online-Promotion seit Symbol of Life (Album: ’Symbol Of Live’, 'Paradise Lost', Single: ’Erased’, 'Forever After' ) und Erstellen aller, für die Promotion relevanten Features ( Banner, Popups, Live-Mitschnitte, Audio-/ Videostreams, Screensaver, ... )
Website:
http://www.paradiselost.co.uk
http://www.paradiselost.de